Abkochgebot aufgehoben

Keine Keime mehr im Trinkwasser
Die Ergebnisse des Labors bzgl. “Coliforme Bakterien” und “Intestinale Enterokokken” sind dank der in den letzten Tagen durchgeführten Maßnahmen nun erfreulicherweise an allen Messstellen bei “0”. Daher hat das zuständige Gesundheitsamt heute, Freitag, 10.07.2026, 12:12 Uhr, entschieden, dass das Abkochgebot mit sofortiger Wirkung aufgehoben wird. Bitte geben Sie diese Information auch an Ihre Mitbewohnerinnen und Mitbewohner sowie an Nachbarinnen und Nachbarn weiter.
Wir können bestätigen, dass
jenseits der Trinkwasseraufbereitung in der Peripherie bzw. verbrauchernah zu keinem Zeitpunkt – auch nicht am Tag des Inkrafttretens des Abkochgebots am 02.07.2026 – auffällige Analysen vorlagen und das vom Gesundheitsamt auferlegte Abkochgebot dem Vorsorgegrundsatz geschuldet war;
bereits am Wochenanfang, insbesondere in einer Vor-Ort-Begehung mit der unteren Gesundheitsbehörde am 08.07.2026 die mutmaßliche Kontaminationsquelle identifiziert und ausgeschaltet werden konnte;
zur Absicherung der Hypothese zur Störquelle weitere Analysen im Wochenverlauf bis zur heutigen Entscheidung notwendig waren.
Was uns besonders wichtig ist: Vielen Dank an alle, die in dieser tagelangen Ausnahmesituation verständnisvoll waren, gemeinsam durchgehalten und den Mehraufwand geduldig mitgemacht haben! Besonders bedanken möchten wir uns bei den Kollegen der Wasserversorgung Schwarzenfeld, unterstützt von Kollegen der Pretzabrucker Gruppe, Techniker*innen von externen Firmen und Labormitarbeitenden, die seit letzter Woche beinahe rund um die Uhr im Einsatz waren, um das Problem zu beheben und uns nun wieder mit Wasser der gewohnt sehr guten Qualität zu versorgen, das für uns alle im Alltag so selbstverständlich ist! Ein herzliches Dankeschön!
FAQ
Muss ich meine Leitungen spülen?
Mit der Aufhebung des Abkochgebots durch das Gesundheitsamt ging keine sog. Spülanordnung einher. Verbrauchern, die Ihre Wasserhähne über längere Zeit nicht aufgedreht hatten, empfehlen wir dennoch, das Wasser aufzudrehen und einige Sekunden laufen zu lassen, um ggf. stehendes Wasser aus den Leitungen zu entfernen, bevor es getrunken wird.
Könnt ihr das, was geschehen ist, nochmal kurz zusammenfassen?
Kernbefund ist eine mikrobiologische Auffälligkeit im Bereich des alten Hochbehälters mit Grenzwertüberschreitungen bei Enterokokken und koliformen Bakterien. Diesen Befund haben wir am 02.07.2026 mittags erhalten. Die weitere Eingrenzung durch Nachproben führte zu einer klaren Zuordnung der Auffälligkeiten auf die Kammern 1 und 2 des Hochbehälters am Westenberg, die daraufhin außer Betrieb genommen und vom Netz getrennt wurden. Die Versorgung des Leitungsnetzes blieb durch die Kammern 3 und 5 sichergestellt. Folgeproben bestätigten zugleich ein keimfreies Leitungsnetz. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wurde eine Abkochanordnung innerhalb weniger Stunden veröffentlicht sowie vulnerable Einrichtungen und die Bevölkerung gezielt informiert. Als Ursachen sind bislang keine gesicherten Feststellungen dokumentiert. Genannt werden ausschließlich Verdachtsmomente im Zusammenhang mit der sanierungsbedürftigen Altbausubstanz der Kammern 1 und 2 am Hochbehälter.
Was ist genau passiert und wie war der zeitliche Ablauf?
- Befund, Abkochanordnung und Eingrenzung des Problems
Der dokumentierte Ablauf stellte sich wie folgt dar: Am Donnerstag, 02.07.2026, um 12:21 Uhr ging eine Probe mit Abweichungen bei Enterokokken und koliformen Bakterien ein. Innerhalb kurzer Zeit wurde ein Krisenstab gebildet, der um 16:45 Uhr weitere Handlungsschritte einleitete. Die Abkochanordnung wurde nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt erstellt und verteilt. Um 18:06 Uhr erfolgte die öffentliche Bekanntgabe. Die Information der Bevölkerung erfolgte über: www.schwarzenfeld.de, soziale Medien, Rundfunk und Zeitung. Besonders vulnerable beziehungsweise sensible Einrichtungen wurden sofort persönlich beziehungsweise schriftlich informiert. Dies betraf: Altenheime, Ärzte, lebensmittelverarbeitende Betriebe, Schulen und Kindergärten. Die gezielte Ansprache dieser Gruppen diente der unverzüglichen Umsetzung hygienischer Schutzmaßnahmen im besonders sensiblen Versorgungsumfeld. Damit ist der zeitliche Verlauf zwischen Probeneingang, Bewertung und Einleitung der Sofortmaßnahmen nachvollziehbar dokumentiert. Bei Enterokokken und koliformen Bakterien lagen jeweils minimale Grenzwertüberschreitungen vor. Der Grenzwert betrug in beiden Fällen 0 KBE/100ml; gemessen wurden 1 KBE/100ml beziehungsweise 3 KBE/100ml. Am Montag, 06.07.2026, lagen detaillierte Nachproben vor. Auf dieser Grundlage konnte das Schadensbild weiter eingegrenzt werden. Die auffälligen Befunde konzentrierten sich auf die Kammern 1 und 2 des alten Hochbehälters.
- Außerbetriebnahme der betroffenen Kammern
Noch am selben Tag wurden die Kammern 1 und 2 außer Betrieb genommen und vom Netz getrennt. Am Morgen des nächsten Tages, am 07.07.2026, fand gemeinsam mit dem Gesundheitsamt eine Begehung des alten Hochbehälters statt. Die weitere Versorgung blieb möglich, weil die neue Kammer 5 bereits in Betrieb war und ausreichende Wasserreserven vorhalten konnte. Seitdem erfolgt die Versorgung des Versorgungsnetzes über die Kammern 3 und 5. Die nachfolgenden Messwerte bestätigten das Absperren der Kammern 1 und 2 als richtige Maßnahme. Das Leitungsnetz blieb weiterhin keimfrei, und eine weitere Verbreitung der Keime im Hochbehälter konnte vermieden werden. Nachdem im Wochenverlauf bis 10.07.2026 mehrere weitere Nachproben keimfrei ausfielen, konnte am Nachmittag in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt die Abkochanordnung aufgehoben werden. Die Information der Bevölkerung und der vulnerablen bzw. sensiblen Betriebe erfolgte in gleicher Weise wie bei der Anordnung. Die Kammern 1 und 2 bleiben bis auf Weiteres außer Betrieb.
- Mutmaßliche Ursache – noch keine gesicherten Befunde
Der Hochbehälter auf dem Westenberg mit den Kammern 1 und 2 stammt aus den 60er Jahren. Die Sanierungsbedürftigkeit ist bekannt und die Sanierung der Kammern ist seit langer Zeit geplant. Der neue Hochbehälter wurde deshalb gebaut und befindet sich derzeit in Fertigstellung. Noch im Juli 2026 wird neben der bereits in Betrieb befindlichen neuen Kammer 5 auch die neue Kammer 4 ans Netz gehen.
Zu den Ursachen lässt sich nur spekulieren: Die wahrscheinlichste Erklärung zur Ursache ist das Alter der Bausubstanz der Kammern 1 und 2. Der Eintrag der Keime könnte am wahrscheinlichsten über die dortigen Lüftungskamine erfolgt sein, die nicht mehr Stand der Technik sind. Weitere noch andauernde Untersuchungen werden ggf. die Herkunft der Keime erklären können.
Stand FAQs 15.07.2026, 09:00 Uhr